QR-DE-Filsø-Pansergraven

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Der Panzergraben beim See Filsø – ein Teil des Atlantikwalls

Hier bei der Brücke stehen Sie an einem Panzergraben aus dem 2. Weltkrieg, der früher in Nord-Süd-Richtung außerhalb des Sees Filsø weiterging. Hier wurde quer zu Landzunge Langodde als Teil des Atlantikwalls ein Panzergraben ausgehoben, um eine Invasion der Alliierten an der jütländischen Nordseeküste zu verhindern.

Funktion des Atlantikwalls – international

Während des 2. Weltkriegs errichtete die deutsche Besatzungsmacht den Atlantikwall, eine Verteidigungsanlage, díe eine Invasion der Alliierten an den westeuropäischen Küsten verhindern sollte. Der Atlantikwall reicht von der spanischen/französischen Grenze im Süden bis nach Nordnorwegen und ist  insgesamt ca. 5.000 km lang. Der Atlantikwall sollte eine Verteidigungsanlage sein,  für deren Bemannung nicht viele Soldaten erforderlich sein sollten.

Am Ende des Kriegs wurden die meisten Soldaten an der Ostfront in der Sowjetunion gebraucht. Es wurden 12.000 Bunker gebaut, Minenfelder angelegt, Panzergäben ausgehoben und andere militärische Anlagen errichtet.

National

In Dänemark wurden während der deutschen  Besatzung von Dänemark (1940-45) insbesondere entlang der Nordseeküste Jütlands viele Bunker errichtet – um die 2.000. Viele sind immer noch an den Stränden zu sehen, andere sind heute unter den Dünen verborgen. Nicht nur an den Küsten wurde der Atlantikwall errichtet, auch weiter im Land wurden Anlagen in Form von Panzergräben, Panzersperren, Schützengräben und Minenfeldern errichtet. Dänemark wurde nie invadiert, und viele Anlagen waren zum Ende des Kriegs nicht fertiggestellt.

Lokal

Die deutsche Besatzung berührte viele Ortsansässige an der Nordseeküste Jütlands, an der der Atlantikwall massiv ausgebaut wurde. Die militärische Aktivität begrenzte die Bewegungsfreiheit der Ortsansässigen, viele Häuser und Besitztümer wurden beschlagnahmt, damit die deutschen Besatzungstruppen dort wohnen konnten, wie z.B. die  Mühle Henne Mølle und die Scheunengebäude des Gutshofs Filsøgård.

Funktion des Panzergrabens

Im Gebiet zwischen der Bucht von Ho und dem  Ringkøbing Fjord wurden 38 km Panzergräben angelegt und ca. 90 km Stacheldrahtzaunabsperrungen. Der massive Verbrauch von Holz reduzierte den Baumbestand in den Dünenpflanzungen der Gegend erheblich.

Die Panzergräben konnten durch ihre Konstruktion in die Tiefe und mit dem richtigen Winkel verhindern, dass Panzer über sie fahren konnten:

  • Es dauerte einen Tag, bis 100 Männer eine Strecke von 1 km ausgehoben hatten.
  • Der Panzergraben war oben 4,5 m breit und 3 m tief mit einem Winkel von 55 Grad.
  • Es wurden pro km 3000 Stck. 5 m lange Latten zum Abstützen verwendet.
  • Es wurden pro km 3.000 Stck. 0,8 m lange Pfähle für die Verankerung verwendet.
  • 2,4 t Stahldraht pro km Panzergraben.

Mehr Spuren in der Landschaft auf der Panoramaroute

Fährt man mit dem Fahrrad weiter auf der Panoramaroute nördlich um den See Filsø kommt man östlich des Hügels Kløvbakken am Zufluss zum Fidde Sø vorbei, der zu einem Panzergraben erweitert wurde. Das sieht man immer noch ganz deutlich wegen der markanten steilen Seiten. Wenn man weiter zur Düne Blaabjerg fährt, die sich 64 m über dem Meer befindet, findet man Bunker, eine Maschinengewehrstellung und einen Mannschaftsbunker.